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The Christian Klar Theme



rinnern Sie sich noch? Der kanadische Regisseur David Cronenberg hielt uns im Jahre 1999 mit seiner düsteren Zukunftsvision "eXistenZ" die Gefahren von Virtual Reality vor Augen. Dort pflanzte man sich einen Teil vom Joystick ins Rückenmark, während man sich immer tiefer in den virtuellen Welten einer berühmten Spieleherstellerin verloren hatte. Als dann fast alle tot waren, kam am Ende die schockierende Frage der Übriggebliebenen: "Ist das immer noch ein Spiel?"

Zwar ist der Hype um Virtual Reality vorläufig etwas auf Eis gelegt worden, aber der Wunsch in einer fiktiven Welt mal so richtig die Sau raus zu lassen, steckt immer noch in vielen Menschen. Computerspiele wie Duke Nukem 3D, Unreal oder Fear zauberten uns zu ihrer Zeit ziemlich realistische Welten auf den Bildschirm. Für Berlin könnte der Traum vom Ego-Shooter zum "Riechen, Schmecken und Anfassen" bald Wirklichkeit werden. Es handelt sich hierbei sozusagen um eine "schöne Bescherung" der deutschen Justiz, die Christian Klar seit dem 19. Dezember 2008 wieder auf die Menschheit losgelassen hat. Sollte jemand nun der Meinung sein, dass meine Wortwahl zeigt, dass ich noch nie ein Freund des alten Knabens war, bekenne ich mich schuldig im Sinne der Anlage. Im Gegensatz zu Herrn Klar weiß ich nämlich, dass man sich durchaus an seinen eigenen Worten messen lassen muss. Während seines Studiums verweigerte nämlich unser Spezi den Wehrdienst aufgrund seiner nach eigenen Aussagen "lebensbejahenden Haltung". Er fügte hinzu, nichts könne ihn veranlassen einen Menschen zu verletzen oder zu töten. Schon KLAR, die RAF machte ja immer aus Schweinen Menschen und aus Menschen Schweinen, um Ulrike Meinhofs Tochter Bettina Röhl zu zitieren. In seinen Augen hat Klar also lediglich neun "Schweine" geschlachtet, darunter den ehemalige Generalbundesanwalt Siegfried Buback, den damalige Vorstandssprecher der Dresdner Bank Jürgen Ponto und Hanns Martin Schleyer.

Bundesverdienstkreuzträgerin Peggy Parnass:

Kein Mitgefühl für die Hinterbliebenen der RAF-Opfer?

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Viele Paradies- und Spaßvögel der linken Szene sind nun der Meinung, man solle den lieben Klar doch bitte mit Samthandschuhen anfassen, da er sich doch gebessert habe und eine Chance auf Resozialisierung verdient hätte. Am deutlichsten hierzu hat Peggy Parnass im Stern vom 31. März 2007 Stellung bezogen, die in der fehlenden Reue Klars sogar so etwas wie "Charakterstärke" sieht. Ein paar Zeilen weiter findet sich dann die Behauptung, Klar habe gegenüber den Familien der Opfer doch Reue gezeigt. Somit scheint Alzheimer bei Frau Parnass als Publizistin noch deutlich schneller eingesetzt zu haben wie nach der Wehrdienstverweigerung von Herrn Klar. Klar hat sich wohl bewusst so ausgedrückt, dass man mal behaupten kann, er habe Reue gezeigt und ein andermal genau das Gegenteil. Ganz so, wie man es von einem Schleimer eben erwartet... Parnass spricht sogar der Witwe von Hanns Martin Schleyer und somit auch den Angehörigen anderer RAF-Opfer das Recht auf Trauer und jedes Mitgefühl ab. Danach schmeißt sie ihre Waschmaschine in den Schleudergang und relativiert die Schuld der RAF mit den Verbrechen in der NS-Zeit. Kaum jemand bezweifelt, dass der Nationalsozialismus ein einmaliges Verbrechen in der Weltgeschichte war. Nur würde ich lieber Artikel darüber lesen, die das Thema nicht dazu missbrauchen, um ewig gestrige RAF-ologen reinzuwaschen. Vor allem nicht, weil sie aus einer ganz anderen Epoche stammen. Ansonsten könnte man ja in Zukunft auch auf die Idee kommen, die derzeitige Politik der USA am "Erbe" der Sklavenhalter von einst zu messen... Außerdem: Während Schleyer nach drei Jahren Kriegsgefangenschaft im Einvernehmen mit den Siegermächten als Mitläufer eingestuft wurde, beging Klar immerhin neun Morde in eigener Regie. Warum konnte sich also Schleyer, der sich in der BRD fast 30 Jahre nichts zu schulden kommen lies, nicht auch gebessert haben? Frau Parnass fiel dazu nur ein, dass die Freilassung von Klar doch nur so stark unter Kritik stehen würde, weil die Opfer der RAF alles "hohe Tiere" waren. Dabei vergisst sie einmal mehr die vielen "Gelegenheitsmorde" an Polizisten, die nur mal so im Weg standen, und natürlich ihre Angehörigen... Vielleicht ist es eher Frau Parnass, die sich durch ihr Privileg, radikale Ansichten in etwas verblümter Form im Stern zu verbreiten, manchmal wie ein "aufgeblasenes Huhn" benimmt?

Ulrike Meinhofs Tochter Bettina Röhl:

Ihr hängt der RAF-Mythos schon lange zum Hals raus.

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Zum Glück gibt es aber auch immer noch Leute mit gesundem Menschenverstand, was mir wie bereits erwähnt Bettina Röhl mit ihrer Unbefangenheit bezüglich der Taten ihrer Mutter gezeigt hat. Sie wünscht ein rasches Ende der RAF-Debatte, da sie ansonsten den Fortbestand eines Mythos befürchtet, der den sinnlosen Untaten von damals einen Sinn geben soll.

Zu loben ist auch Horst Köhler, der nach einem geheimen Treffen in Süddeutschland, Klars Gnadengesuch am 7. Mai 2007 angelehnt hat, auch wenn dieser mittlerweile LEIDER wieder unter uns weilt.

Der Co-Pilot des Flugzeugs Landshut von 1977, Jürgen Vietor:

Wahre Helden brauchen keine Orden...

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Meinen größten Respekt hat aber Jürgen Vietor, der ehemalige Co-Pilot während der Entführung des Flugzeugs Landshut. Obwohl er eine ganz andere Meinung zu Christian Klar vertritt wie Peggy Parnass, haben beide das Bundesverdienstkreuz erhalten. Mittlerweile hat Herr Vietor aus Protest über die Freilassung von Klar sein Bundesverdienstkreuz wieder zurückgegeben. Anscheinend haben für ihn Menschenleben eine größere Bedeutung, wie sie es für Frau Parnass haben. Es ist eben kein Stück Blech, das die Zivilcourage und die Ehre eines Menschen ausmacht...

Seit seiner Freilassung bekommt der Ego-Shooter "Klar Nukem 3D" plötzlich zunehmend surreale Züge. Erst im Februar 2009 konnte sich Klar vor dem Landgericht in Berlin gegen den Axel Springer Verlag und die Berliner Tageszeitung "B.Z." durchsetzen. Obwohl ein breites öffentliches Interesse an neuer Berichterstattung und neuem Bildmaterial von Klar besteht, entschied das Gericht, dass die Zeitung ohne Zustimmung keine Fotos mehr von ihm veröffentlichen dürfe. Der deutsche Presserat legte Protest ein, während Klar nun lautstark nach Entschädigung brüllt. Anscheinend für das große "Unrecht", das ihm durch die Chance auf Bewährung in diesem Land widerfahren ist...

Doch damit nicht genug: Einige Links-Akrobaten hießen ihr Idol nach seiner Freilassung auf Privatparties herzlich willkommen. Außerdem kann man jetzt merkwürdige Wanderausstellungen der RAF besuchen, die Mörder zu Robin Hood-ähnlichen Märchenfiguren machen. Für Freunde und Verwandte besteht außerdem die Möglichkeit RAF-Fanartikel und RAF-Souvenirs zu erwerben. Die Banausen, die das organisiert haben, scheinen in der Freilassung Klars wirklich den ersten richtigen Virtuell Reality-Shooter der Welt zu sehen. Laut Cronenberg wäre es spätestens jetzt an der Zeit zu fragen: "Ist das immer noch ein Spiel?"

Doch wir können aufatmen - Das Schlimmste, was hätte passieren können, wurde gerade noch verhindert. Den Praktikumsplatz beim Berliner Ensemble, der von Claus Peyman angeboten wurde, hat Klar nun doch abgelehnt. Wie hätte das auch ausgesehen, wenn ein Jugendlicher keinen Praktikumsplatz bekommt, weil ein Neunfachmörder ihn den Platz vor der Nase wegschnappt? Daraus hätte eine regelrechte Neunfachmörder-Feindlichkeit in Deutschland entstehen können, also ein Fall für Claudia Roth :o)

Mit der abschließenden Grafik will ich ein "Mahnmal" setzen, was auf Berlin zugekommen wäre, wenn Christian Klar doch seinen Praktikumsplatz bekommen hätte. Er kommt übrigens ursprünglich aus Freiburg im Beisgau, also aus dem schönen Baden. Wenn Klar Ihnen auch irgendwie unsym'badisch sein sollte, nehmen sie es locker wie die Badenser, und sagen Sie sich einfach : "Christian Klar? Des isch kein Sym'badischer." :o)

Herzlichst
Ihr Punisher


Quellen

Artikel beim Stern vom 31.07.2007

Artikel beim Spiegel vom 09.01.2009

Artikel beim Spiegel vom 12.02.2009

http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Klar

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