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igentlich wollte Barbara Streisand niemals in Deutschland auftreten, mit dem Hinweis auf die jüdische Herkunft ihrer Eltern, die ursprünglich aus Österreich stammten. [1] Doch Menschen ändern sich und mit ihnen manchmal auch der Zustand ihrer Herzen, denn am 30. Juni 2007 war es dann doch soweit, ausgerechnet auf der einst für Hitler gebauten Waldbühne in Berlin. Es mag sein, dass man Barbaras vorherige Haltung nicht überbewerten muss, da sie auch davor schon immer wieder in Deutschland zu Besuch war. Außerdem hatte sie vor Ihrer Europatournee im letzten Jahr nur ein einziges Konzert in Europa gegeben und zwar 1994 in London. Dennoch hat es wohl gewisse Berührungsängste mit dem deutschen Publikum gegeben, die sich auf der Waldbühne in Berlin dann jedoch innerhalb kürzester Zeit in Luft aufgelöst haben. Trotz überteuerter Kartenpreise hinterließ Barbara ein begeistertes Publikum, dessen Liebe sie regelrecht fühlen konnte. Am Ende stellte sie sich die Frage, warum sie denn nicht schon viel eher nach Deutschland gekommen war, um Konzerte zu geben. Eine Geschichte mit Happy Ending... [2]

Zwei "Heimkehrerinnen":

Barbara Streisand und Casey Butterfield.

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Ganz anders liegt der Fall für die 28-jährige Amerikanerin Casey Butterfield. Berührungsängste mit Deutschland hatte sie nie. Im Gegenteil! Längst hat sie Berlin zu Ihrer Wahlheimat gemacht und spricht hervorragend Deutsch. Ihre Großmutter war eine deutsche Jüdin, die 1936 mit einem Kindertransport in die USA flüchten musste. Trotzdem wird Casey die deutsche Staatsbürgerschaft von "Sauerkraut-Bürokraten" hartnäckig verweigert...

Caseys Großmutter musste in den 30er Jahren aufgrund ebensolcher "Sesselpupser" Ihre Eltern zurücklassen und ist bei einer Pflegefamilie aufgewachsen. Nach Kriegsende heiratete sie einen Amerikaner. Aus dieser Ehe sind auch Kinder hervorgegangen, von denen eines Caseys Mutter ist.

Wie in einem Märchen aus 1000 und einer Nacht:

Bereits nach zwei Jahren konnte Casey in der Neuen Synagoge in Berlin dolmetschen.

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Deren Tochter Casey hatte schon immer eine besondere Beziehung zu ihrer Großmutter und bekam große Augen, jedes mal, wenn Grandma von Deutschland gesprochen hat. Casey liebte auch die deutsche Sprache und setzte mit 16 alles daran, sie bald zu beherrschen. Mit 18 sprach sie Grandma wegen einer Herzensangelegenheit an: Sie wollte sie unbedingt nach Deutschland begleiten. Casey durfte, und ihr Deutsch war mittlerweile so gut geworden, dass sie bei einer Ausstellung in der Neuen Synagoge in Berlin für die englischen Besucher Briefe ihrer Großmutter übersetzen konnte.

Deutschland zu erleben, war für Casey so, wie in ihre Heimat zurückzukehren. Daher ist ihr größter Wunsch nach wie vor, ein Teil davon zu werden. Sie vertraut hierbei auf das Grundgesetz, das allen ehemals ausgebürgerten Juden die deutsche Staatsbürgerschaft zusichert, ohne dass sie ihre aktuelle Staatsbürgerschaft aufgeben müssen. Doch hier fangen die Probleme an: "Bleistiftspitzende Beamte" lehnten ihren Antrag auf Wiedereinbürgerung barsch ab. Die Begründung dafür ist fast zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre: Laut Artikel 117 im Grundgesetz können Frauen (Anmerkung: Jüdinnen, die in Deutschland mit ihrem Leben bedroht wurden!), ihre Staatsangehörigkeit dann nicht vererben, wenn sie bis 1953 einen Nichtdeutschen geheiratet haben. [3] Caseys Großmutter hatte also im falschen Jahr geheiratet und hatte dazu noch das Verbrechen begangen, eine Frau zu sein (!). All das geht auf ein Reichsgesetz (!!) aus dem Jahre 1913 zurück. Na, Bravo, "Herr Adler"! Warum macht man es dann nicht gleich so wie Horst Mahler? Falls die Reichsgesetze noch gültig sind, sollte man das der Bevölkerung mitteilen!

Das "Reichsgesetz", das Casey die Zugehörigkeit zu ihrer Wahlheimat abspricht, würde übrigens Ausnahmen zulassen: Ausnahmen für Menschen, mit einer besonders engen Bindung zu Deutschland. Diese Menschen müssen allerdings "genormt" sein, was vielleicht bedeuten könnte, immer das zu machen, was eine bestimmte Lobby will... Anscheinend gehen freie Weltbürger wie Casey schon mal gar nicht und das nur, weil sie aufgrund ihres Forschungsstipendiums schon mehr von der Welt gesehen hat wie ein durchschnittlicher Mitarbeiter des Bundesverwaltungsamtes. Dazu musste sich Casey von dieser Behörde noch die Frechheit anhören, dass sie sich in Spanien eine Arbeitserlaubnis erschleichen wolle, da sie dort das Stipendium beantragt habe. In Spanien hat sie so eine Erlaubnis aber nie gebraucht. Dort geht es auch mit weniger Bürokratie. Die Behörde ging sogar so weit, Casey eine nennenswerte Bindung zu Deutschland abzusprechen. Mit Blick auf die vielen eingebürgerten Migranten, die kein Wort Deutsch können, kann man das wohl nur als Demütigung bezeichnen...

Horst Mahler und Wolfgang Schäuble:

Wie wichtig sind die Reichsgesetze heute noch?

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Vom Schicksal gebeugt sah Casey nur noch einen Ausweg: Sie hatte schon mal etwas von Wolfang Schäuble gehört, einem Mann der im Rollstuhl sitzt, auch mit Vorurteilen zu kämpfen hat und für die Sicherheit von 80 Millionen Menschen verantwortlich ist. Casey war sich sicher, er würde sie verstehen und schickte eine Petition an ihn. Am Tag, als sie Post von ihm bekommen hatte, waren ihre Augen wieder so groß wie damals, als ihre Großmutter von Deutschland gesprochen hatte. Doch nach dem Lesen seiner Worte war sie innerlich wie gelähmt: Das Schreiben sagte, dass sie niemals zu Deutschland gehören dürfe...

Doch Casey bewahrte sich ihren Stolz, denn sie weiß, es gibt Dinge, die nicht geschrieben stehen, aber die einem trotzdem keiner nehmen kann. Da sie ihre Träume nie aufgegeben hat, hat sie In Berlin die Liebe gefunden, einen Briten, der sich gerade habilitiert. Wenn er fertig ist, möchte sie an einer deutschen Uni studieren und später einmal in Deutschland ihre Kinder großziehen. Vor allem aber möchte sie von Deutschland so viel Liebe erhalten, wie sie diesem Land zu geben hat...

Casey Butterfield ist angeblich undeutsch.
Sind dann das hier die "richtigen Deutschen"?

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Wenn das keine Heimatliebe ist, was sollen wir dann darunter verstehen? In Berlin hat man uns ein Denkmal gebaut, das zeigen soll, dass Deutschland dazu gelernt hat. Ich stelle unsere Weisheit in Frage, denn für Casey Butterfield hat sich nichts geändert: Vater Staat sagt, sie sei undeutsch, damals wie heute! Wo ist denn die Wiedergutmachung, wenn die Mikrophone ausgeschaltet sind, die Kameras woanders hinschwenken, die Presse nicht anwesend ist, alle nach Hause gegangen sind und die kalten Denkmalsteine von Stille umgeben sind? Was ist denn ein richtiger Deutscher? Etwa Jürgen Trittin, der jeden deutschen Patrioten für einen rassistischen Schläger hält? [4] Oder etwa jene "Kinder", die noch "GRÜN hinter den Ohren" sind und angedeutet haben, auf die deutsche Flagge zu pinkeln? [5] Vielleicht sogar der Hochstapler "Curveball", der dafür eingebürgert und beschenkt wurde, dass er im Nahen Osten einen Krieg angezettelt hat, bei dem Hunderttausende starben? [6]

Casey Butterfield:

Ohne jeden Zweifel, EINE VON UNS...



Casey hat nichts von all dem getan. Sie hat niemals einen Deutschen beschimpft, niemals einen Deutschen geschlagen oder ihn in seiner Ehre gekränkt. In einem Land, dessen Politik manchmal sehr befremdend für mich ist, hat Casey für mich die engste Bindung zu Deutschland, die ich mir jemals vorstellen kann. Für die Grenzbehörden und Herrn Schäuble mag Casey nur eine Fremde sein. Sie sehen nicht mit dem Herzen, denn das sagt: SIE IST EINE VON UNS...

Herzlichst
Ihr Punisher


Quellen

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Barbra_Streisand

[2] Artikel beim Stern vom 01.07.2007

[3] Juristischer Informationsdienst, Übergangs- und Schlußbestimmungen zu Artikel 117, GG

[4] Artikel beim Spiegel vom 15.03.2001

[5] Artikel bei Focus Online vom 05.06.2008

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Rafid_Ahmed_Alwan

[7] Artikel beim Spiegel vom 27.04.2008




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