s gibt Dinge im Leben, die sind so notwendig wie Fußpilz. Dazu gehören für uns die GEZ und Kochsendungen von Johannes B. Kerner. Wir dachten uns deshalb, diese Freaks verdienen Auszeichnungen, da wir uns immer an solchen Leuten orientieren können, ob wir schon ganz unten angekommen sind. So ist das eben, wenn man nicht artig ist: Dann bekommen manche Leute zum Jahresende genau das, was sie verdienen. Deshalb überreichen wir dem Indentanten des ZDF Markus Schächter und Johannes B. Kerner hiermit feierlich den Preis für die schlechteste TV-Sendung des Jahres: Der Eva Herman-Talk von 9. Oktober. Annahmeverweigerung geht gar nicht :o)

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Johannes B. Kerner und das ZDF sind gerissen. Sie wissen, dass jeden Morgen ein Dummer aufsteht, der den Fernsehleuten dabei hilft, mit einem Fernsehprogramm unter der Gürtellinie Geld zu machen. Nicht nur, dass Johannes ein neues Studienfach namens "Betriebswirtschafts-Leere" erfunden hat, dass er mit dem Grad "kein Abschluss" bestanden hat. Er braucht sich als "megaseriöser" Journalist auch nicht Schleichwerbung für Joachim Hunold, dem Chef von Air Berlin, zu verkneifen.

Seine Qualitäten als Entertainer zeigen sich vor allem darin, dass er (anders wie Alfred Biolek) in jeder Sendung kochen lässt und weiß, wie man harmonisch dazu grinst.

Wenn es die Quoten zum überlaufen bringt, lässt Johannes wiederum gerne den "freien Journalisten" raushängen und befreit sich von jeder Art des Taktgefühls. So befand er es im April 2002 für nötig, beim Massaker von Erfurt einen 11-jährigen Jungen live am Tatort zu interviewen, was bei Harald Schmidt laut eigenen Aussagen Brechreiz ausgelöst hat. Im November 2006 setzte er noch eins oben drauf und dachte, wenn man ihm schon den seriösen Journalisten abkauft, dann kann er es gleich noch als Psychologe versuchen. Daher ignorierte er jeden ärztlichen Rat und interviewte das 14-jährige Entführungs- und Vergewaltigungsopfer Stephanie. Markus Schächter und das ZDF klopften sich für dieses Vorgehen in besonderem Maße auf die eigene Schulter.

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Wie die Frankfurter Allgemeine völlig richtig festgestellt hat, ist Kerner ein zahnloser Moderator, der zwei bis drei mal im Jahr demonstrieren will, dass er kraftvoll zubeißen kann. In diesem Jahr wollte er an Eva Herman und ihrem Buch "Das Prinzip Arche Noah" ein besonderes Exempel statuieren: Es sollte uns mehr oder weniger weiß gemacht werden, dass Evas richtiger Nachname Braun sei und der Name ihres Buches "Mein Kampf" :o) Johannes war dabei besonders sorgfältig in der Auswahl seiner Gäste:

Senta Berger - Die größte Feministin der Welt

Es ist weder eine Seltenheit, noch ein echter Skandal, wenn junge Schauspielerinnern gewisse Jugendsünden auf dem Buckel haben, die sie als Sprungbretter für ihre Karriere benutzt haben. So war das auch bei Desiree Nosbusch und bei Cameron Diaz. Wie ist dieser Sachverhalt aber zu bewerten, wenn die "Jugendsünden" einer Schauspielerin nicht mit 21 hinter ihr liegen, sondern mit 30 erst beginnen und sie über Jahre hinweg eine "Wiederholungstäterin" bleibt? Konnte eine Schauspielerin in den 70er Jahren nicht Karriere machen, ohne gelegentlich einen Softporno zu drehen? Das würde zumindest stimmen, wenn es Liza Minnelli nie gegeben hätte. Während sich Minnelli auf ehrliche Unterhaltung beschränkte, drehte Berger Schmuddelfilme wie "Als die Frauen noch Schwänze hatten" (1970). Zwar verweigerte Sie aufgrund des ordinären Titels zunächst die deutsche Synchronisation, was aber mehr als PR-Gag abgetan werden kann. Es folgten nämlich weitere Filme mit so niveauvollen Namen wie "Roma Bene - Liebe und Sex in Rom" (1971), "Toll trieben es die alten Germanen" (1972) und "Die Herrenreiterin" (1976), um nur ein paar zu nennen. Sind das etwa alles nur relativ harmlose Erotikfilme, die man heute zur späten Stunde bedenkenlos im Fernsehen zeigen kann? Möglich, aber ich frage mich, warum ausgerechnet "die größte Feministin der Welt" eine Petition zur Freigabe von Pornographie unterzeichnen musste, die dann 1972 unter Willy Brandt umgesetzt wurde...

Margaretha Schreinemakers - Die "schuldfreie" Frau mit dem sozialen Gewissen

Margarethe befindet sich seit 1994 in Belgien, um sich vor Steuergeldern zu drücken. Sie stellte gleich zu Beginn ihrer Redezeit mit einem Blick auf Hermann fest, dass Bücher einen kommerziellen Zweck verfolgen. Im gleichen Atemzug sah sie sich veranlasst zu erwähnen, dass das Steuerverfahren gegen Sie 1998 "schuldlos" eingestellt wurde. Aufgrund ihres stetig voran schreitenden VIP-Lebens kann sie sich anscheinend nicht mehr daran erinnern, dass dass sie laut Medienberichten eine Million D-Mark an karitative Einrichtungen zahlen musste. Außerdem versuchte sie Hermann damit zu widerlegen, dass all ihre positiven Bestrebungen für Mütter schon mal jemand anders vorgeschlagen hätte, unter anderem sie, Margarethe Schreinemakers. Dabei vergisst sie wohl, dass dem Ottonormalverbraucher das Stichwort "guter Vorschlag" bei Schreinmakers nicht einfällt, stattdessen aber die Stichwörter "gefallener TV-Star", "Steuerhinterziehung" und "Verschwörungstheorie". Sie ging nämlich sogar so weit, im Jahre 1996 den ehemaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel der Verschwörung zu bezichtigen...

Professor Wolfgang Wippermann - Ein Superhirn, das Lenins Morde für "wissenschaftlich" hält

Kommen wir nun zu einem Gast, bei dem man für Hermann zur Sicherheit einem Feuerlöscher bereithalten sollte, da man nicht genau weiß, wie weit links er von der Mitte wirklich steht: Professor Wipperman. In absolut widerwärtiger Weise übt er regelmäßig Kritik am Bundesbeauftragten für Stasiunterlagen, um die Aufklärung der Verbrechen in der SED-Diktatur zu behindern. Sein Wortlaut ist üblicherweise kaum sachlich gehalten und entspricht der Polemik eines Bierzeltkomödianten. Oder wie in Fachkreisen ausgedrückt: Ein Professor, der seinen akademischen Titel für billige Agitation missbraucht. Während er von Herman nach einer völlig harmlosen Aussage verlangte, sich von Hitlers Rassenpolitik zu distanzieren, spricht er an anderer Stelle davon, dass Lenin nach rein "wissenschaftlichen" Gesichtspunkten gemordet hätte. Er weiß außerdem zu berichten, dass deutsche Frauen im 3. Reich ausschließlich am Herd, in der Kirche und für Kinderbetreuung zuständig waren. Andere Berufe hätte es für sie nicht gegeben, Nachrichtensprecherinnen schon gar nicht und das könne Herman doch nicht gefallen.

Wie gut, dass Markus Schächter und das ZDF auch hier wieder so im Reinen mit sich selbst sind, dass sie sogar ein Millionenpublikum belügen. Ich möchte im Folgenden drei Frauen aus der Zeit des Nationalsozialismus vorstellen, die außer gelegentlich am Herd zu stehen in ihren Berufen Maßstäbe gesetzt haben. Bedauerlicherweise wurden die Lebenswege dieser Frauen von der NS-Ideologie überschattet. Wer sich aber näher mit ihren Biographien befasst, erkennt, dass man ihre Leistungen überwiegend getrennt von der NS-Ideologie sehen kann. Auch wenn diese Frauen zur falschen Zeit am falschen Ort gelebt haben, sind ihre Lebenswerke längst Teil unserer Gesellschaft geworden.

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Lenie Riefenstahl (* 22. August 1902 in Berlin; † 8. September 2003 in Pöcking) war eine deutsche Tänzerin, Schauspielerin, Filmregisseurin und Fotografin. Für ihre beiden Olympiareportagen erhielt sie von Filmwissenschaftlern und Filmregisseuren bis heute viel Anerkennung, da sie für die damalige Zeit revolutionäre Schnitttechniken und Kameraperspektiven verwendet hatte. Diese Techniken leiteten eine neue ära der Filmkunst ein und haben sie für immer verändert...

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Hanna Reitsch (* 29. März 1912 in Hirschberg im Riesengebirge, Schlesien; † 24. August 1979 in Frankfurt am Main) war eine der erfolgreichsten deutschen Fliegerinnen aller Zeiten. Zwischen 1932 und 1978 stellte sie 40 Rekorde in allen Klassen und Flugzeugtypen auf. Aus Verärgerung über die Gleichsetzung ihrer Erfolge mit Glorifizierung der NS-Ideologie, nahm sie 1974 die österreichische Staatsbürgerschaft an. Wer nicht will, hat schon: Manchen Leuten war wohl nicht ganz klar, dass Hanna ihre Erfolge für sich und ihre Landsleute errungen hatte und nicht für irgendwelche Schlapphütte in Bonn, von denen manche bis zur letzten Kriegsminute den Antisemitismus praktiziert hatten...

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Leider ist sehr wenig über die erste Ansagerin des Deutschen Fernsehens Ursula Patzschke bekannt. Vermutlich sind wir die einzige deutsche Webseite mit Fotos von dieser historisch nicht ganz unwichtigen Persönlichkeit. Im Oktober 1934 wurde sie im Alter von 22 Jahren von der Deutschen Reichspost eingestellt und moderierte am 22. März 1935 das erste regelmäßige TV-Programm der Welt. Im selben Jahr wurde mit Annemarie Beck (rechts) eine zweite Ansagerin eingestellt. Um auf die Aussage unseres Professors zurückzukommen: Ist es nicht ein wenig Ironie, dass es die erste Fernsehansagerin in der BRD erst am 25. September 1952, also 17 Jahre später, mit Irene Koss gegeben hat?

Außerdem macht dieser Sachverhalt klar, dass das ZDF nicht das Zweite Deutsche Fernsehen ist, sondern logischerweise das dritte. Drittklassig ist auch bestenfalls das Spießbürgertum eines Johannes B. Kerner, der seine Sendezeit dazu nutzt, um uns über "die neuesten Erkenntnisse" des Verkehrsministeriums zu unterrichten: Autobahnen gehen gar nicht! Ist die deutsche Autobahn etwa ein Auslaufmodell oder ist Johannes in zu viele Schlaglöcher gefahren? Wie auch immer, politische Korrektheit sollte niemals ein Grund sein, dass wir Deutsche uns selbst hassen. Auch in der Bibel heißt es, liebe deinen Nächsten wie Dich selbst. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn wir also zu unserem Land und zu unserer Geschichte stehen, mit all ihren Höhen und Tiefen, wäre das ein guter Grund, dass uns andere Nationen lieben...

Wir bringt man Johannes zur Weißglut?
Zeigen Sie ihm dieses Album von Kraftwerk :o)

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Wussten Sie eigentlich, dass Johannes heimlicher Berufswunsch schon immer Kammerjäger war? Passend hierzu bekam das Weichei zu seinem letzten Geburtstag ein Ghostbusterskostüm geschenkt. Das inspirierte ihn dazu, eine ganz neue Branche zu erfinden. Deshalb hat er sich blitzschnell zwei Damen für die Hotline geangelt:

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Senta Berger und Magarethe Schreinemakers

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The Johannes B. Kerner Theme

Ray Parker Jr. - Ghostbusters


Ein Nazi in der Nachbarschaft? Wen kannst Du rufen? B. Kerner :o)

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Da muss Kerners schwedische Konkurrenz besonders lachen :o)

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