Neulich hab ich auf Hagalil einen Artikel gefunden, der mich aufatmen lies. Stillvoller Humor - es gib ihn noch:

Artikel bei Hagalil vom 24. September 2009

ie Rede des iranischen Präsidenten Achmadinejad vor der UN-Hauptversammlung am 23. September 2009 könnte wohl kaum ein besserer Grund für die Aufforderung sein, Schuhe zu werfen. Wie eine Schallplatte mit Sprung wiederholte der iranische Präsident erneut seine rhetorischen Ausfälle gegenüber Israel und benahm sich dabei wie ein Elefant im Porzellanladen. Dabei machte er erneut jede Hoffnung zunichte, einmal auf sachlicher Ebene über den Nahostkonflikt diskutieren zu können. Diesmal war man sich auch weitgehend darüber einig, dass kein Übersetzungsfehler vorgelegen hat, als er den Holocaust als "Märchen" abgetan hat. Ein "Mythos" wie z. B. Woodstock drückt ja lediglich die übersteigerte Bedeutung eines Ereignisses aus. Wenn jemand hingegen von einem "Märchen" spricht, gibt es keinen Zweifel darüber, dass er dieses Ereignis für eine Lüge hält. Damit widersprach Achmadinejad auch einigen seinen früheren Aussagen, mit denen er den Holocaust eingeräumt hatte. Fettnäpfchen!

Der iranische Präsident Achadinejad:

Bei seiner Rede vor der UN-Hauptversammlung am 23. September
2009 traff er mal wieder keinen einzigen Ton...



Aber auch die Delegierten, die bei der Rede schnell den Fisch gemacht hatten, konnten nicht wirklich jemanden beeindrucken. Dafür ihre Beine in die Hand zu nehmen, werden diese Damen- und Herrschaften vom Steuerzahler schließlich nicht bezahlt. Weder in der islamischen Welt, noch bei uns im Westen dürfte diese Aktion Begeisterungstürme hervorgerufen haben.

Der irakische Journalist Muntazer al-Zaidi:

Als Antwort auf die Bomben bewarf er George W. Bush mit zwei Schuhen
und gilt seit dem bei vielen als Märtyrer.



Dabei könnten wir von den Arabern lernen, denn wie kann es sein, dass ein einzelner irakischer Journalist, Muntazer al-Zaidi, mehr Mut hat wie alle Delegierten der UN-Hauptversammlung zusammen? Dieser hatte bekanntlich zwei Schuhe auf George W. Bush geworfen, der ebenso wie Achmadinejad auf Ablehnung sowohl im Westen, wie auch in der in der islamischen Welt gestoßen ist. Die Delegierten werden jetzt sagen, Schuhe werfen entspreche nicht dem Niveau eines Parlamentariers. Frage: Was entspricht denn deren Niveau? Das Abhalten von Mammutsitzungen, die meist nicht zum gewünschten Ergebnis führen?

Der Bürgerrechtler Martin Luther King:

Er predigte die Gewaltlosigkeit wie kein anderer, aber er war dennoch ein Rebell.



Ist das Werfen von Schuhen Terrorismus? Es wäre doch sinnvoller zu fragen, wann machen wir uns zu Mittätern, und wann ist ziviler Ungehorsam legitim? Es gab in der Menschheitsgeschichte so ziemlich keinen Märtyrer, der berechtigte Reformen durch das Abhalten von Kaffeekränzchen herbeigeführt hat. So widersprachen schon Jesus und Luther der Obrigkeit auf eine Weise, die damals als "Majestätsbeleidigung" und "Gotteslästerung" betrachtet wurde. In den 40er Jahren bezeichneten die Geschwister Scholl die damalige deutsche Regierung völlig zurecht als ein "Terrorregime", was heutzutage den Tatbestand der "Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole" erfüllen würde. In den 60er Jahren organisierte Martin Luther King Sitzblockaden, die gegen gültiges Recht verstoßen hatten. Aber es gab wohl kaum ein geeigneteres Mittel, um auf die Unterdrückung der Farbigen in den USA aufmerksam zu machen.

Doch es gab auch andere, wie z. B. die RAF-Terroristen, Osama Bin Laden und George Bush, die sich selbst zwar auch zu Märtyrern erklärt haben, aber weltweit auf wenig Akzeptanz mit dieser Selbsteinschätzung gestoßen sind. Die Gründe dafür liegen in der Verhältnismäßigkeit der Mittel: Verbale Attacken gegen die Obrigkeit, Flugblätter, Sitzblockaden, sozialkritische Lieder und fliegende Schuhe fallen von meinem Verständnis her immer unter zivilen Ungehorsam. Wer hingegen Folter, Knarren, Maschinengewehre, Bomben, Attentate, entführte Flugzeuge, Feuerstürme und obdachlose Zivilisten als legitimes der politischen Auseinandersetzung betrachtet, nimmt die Bestrafung Unschuldiger billigend in Kauf. Daher frage ich mich, ob manch fliegender Schuh zum richtigen Zeitpunkt der Menschheit so einiges von ihrem Leid erspart hätte...

Der Krieg trifft meist die Unschuldigen:

Eine palästinensiche Familie, die ein neues Zuhause sucht.



So töricht die Rede Achmadinejads auf der UN-Hauptversammlung auch war, so sollte man auch hier die Verhältnismäßigkeit der Mittel wahren. Zunächst wäre da einmal die Frage, ob an seiner geäußerten Israelkritik im Bezug auf die Palästinenser etwas dran ist. Diese Frage muss man leider mit einem klaren "JA" beantworten. Während der Besatzungspolitik Israels ist es zu zahlreichen Menschenrechtsverletzungen gekommen. Diese wurde sowohl von der UN, wie auch zahlreichen anerkannten Menschenrechtsorganisationen festgestellt. Des Weiteren war am 12. Januar 2009 ein Artikel in "Welt Online" zu lesen, der besagt, dass manche israelischen Soldaten im Laufe des Nahkonflikts zunehmend verrohen würden. Dadurch käme es zu immer mehr Hass- bzw. Kriegsverbrechen an unschuldigen Palästinensern, da sie zunehmend in Kollektivhaft genommen werden. [1] Natürlich gibt es diese Kollektivhaft auch für Israelis von Seite der palästinensischen Selbstmordattentäter und die Hamas machen viel dafür, um den Antisemitismus zu fördern. Jedoch rechtfertigt das eine Unrecht das andere nicht. Ein Selbstverteidigungsrecht Israels gegen Terroristen gibt es zwar, doch blinde Gewalt gegen Unschuldige, kann nur zu noch mehr Leid bei den Hinterbliebenen führen. Dadurch entsteht dann eine Gewaltspirale - ein Teufelskreis, aus dem ein Entkommen unmöglich ist.

Die erschossene Demonstrantin Neda:

Ein Ereignis, dass die Macht der Regierung in Teheran bröckeln lies.



Als Nächstes sollte man sich fragen, inwieweit Achmadinejad ein besonders gefährlicher Diktator ist, und ob sich die Menschenrechtslage im Iran durch ihn verschlechtert hat. Zunächst mal muss man feststellen, dass der Iran im Gegensatz zu vielen seiner Nachbarstaaten immer noch eine parlamentarische Staatsform ist, und es zumindest auf dem Papier freie Wahlen gibt. Sicherlich ging bei den letzten Wahlen dort einiges nicht mit rechten Dingen zu. Der Tod der Demonstrantin Neda war sogar ein Schock für die ganze Welt. Dennoch darf ernsthaft bezweifelt werden, ob es bei demokratischen Wahlen einen anderen Sieger gegeben hätte. Trotz vieler Proteste hat Achmadinejad unbestritten viele seiner Landsleute hinter sich. Daher halte ich es für etwas anmaßend, wenn bei der Anti-Achmadinejad-Aktion "Stop the bomb" damit geworben wird, dass iranische Volk zu "befreien". Allgemein hat sich laut Amnesty International die Menschenrechtslage im Iran natürlich verschlechtert. Zwar gab es keinen konkreten Fall, wo Homosexuelle nur für ihre Neigung hingerichtet wurden, aber dass es strafverschärfend nicht selten eine Rolle gespielt hat, ist unbestritten. Komisch ist nur, dass es ähnliche Fälle auch in Saudi Arabien gab, die in den westlichen Medien weit weniger Wellen geschlagen haben. Das wird doch wohl nichts damit zu tun haben, dass die USA und Saudi Arabien wirtschaftlich auf einer Wellenlänge liegen? Zugegeben: Auch die allgemeine Zahl der Hinrichtungen im Iran ist durch Achmadinejad deutlich gestiegen. Das Versprechen an die UN, auf die grausame Methode des Steinigens in Zukunft zu verzichten, wurde bislang ebenfalls nicht eingehalten. Allerdings in China werden noch mehr Menschen hingerichtet und das taucht bestenfalls in den internationalen Jahresstatistiken über Hinrichtungen auf. Das wird doch wohl nichts damit zu tun haben, dass der Westen und China jetzt wirtschaftlich ebenfalls auf einer Wellenlänge liegen??

Der für seine Polemik bekannte Journalist Michel Friedman:

Beim Thema Iran überrascht er zuletzt mit sehr differenzierten Sichtweisen.



Ausgerechnet der für seine Polemik bekannte Journalist Michel Friedman gab in einem Interview über die inneren Angelegenheiten des Irans ein sehr differenziertes Bild ab. Zitat:

"Der Iran ist deswegen im Mittelpunkt des Interesses, weil er geostrategisch, atomwaffenpolitisch und im Nahen Osten einer der wichtigsten Player der Welt geworden ist. Wenn es diese Interessen - kombiniert mit Öl und anderen Ressourcen - nicht gäbe, dann würde die Welt genauso wenig hinschauen, wie in andere Regionen, wo viel Schlimmeres passiert." [2]


Da spricht mir Herr Friedman wirklich aus der Seele. Ich möchte darauf hinweisen, dass auch der Rest des Interviews sehr lesenswert ist. Friedman ist von seiner Scharfsinnigkeit her wahrlich nicht zu unterschätzen und jederzeit für eine Überraschung gut - sowohl im negativen, wie auch im positiven Sinne.

Zu guter Letzt stellt sich die Frage, wie gefährlich Achmadinejad für Israel und den Westen wirklich ist. Äußerungen aus Deutschland, dass Achmadinejad wie Hitler wäre, halte ich ehrlich gesagt für beschränkt. Für alle Geschichtsbanausen hier noch mal zur Erinnerung: Nicht Achmadinejad löste sein Parlament auf, sondern das deutsche Parlament entmachtete sich am 23. März 1933 mit dem "Ermächtigungsgesetz" selbst. Somit ebneten alle darin enthaltenen Parteien Hitler den Weg zum alleinigen Diktator. Ausnahmen waren lediglich die 94 Abweichler aus der SPD. [3]

Der Iran überfiel auch nicht Polen und besetzte nicht halb Europa. Doch es gibt noch ein wichtigeres Argument: Der Iran verfolgt und ermordet keine iranischen Staatsbürger, nur weil Sie Juden sind. Selbst systematische Holocaustleugnung ist ein deutsches Spezialgebiet, das Leute wie Ernst Zündel immer noch am besten können. [4] Die Deutschen sollten also immer erst mal bei sich selbst bleiben, bevor Sie den Zeigefinger auf andere richten.

Die gefürchteten Atomanlagen des Iran:

Bislang gibt es keine Beweise für eine militärische Nutzung.



Kommen wir auf das Atomprogramm des Irans zu sprechen: Im Gegensatz zu Israel hat der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und sich bislang auch daran gehalten. Der Iran ist durch seine zwei Atomanlagen bald dazu imstande, Strom aus Kernenergie zu erzeugen. Es gibt kein Gesetz, das dem Iran das verbietet. Im Gegenteil: Der Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (KVV) vom 01. Juli 1968 räumt ihm dieses Recht sogar in Artikel IV ein. [5]

Komischerweise scheint die USA aber ihrem eigenen Geheimdienst, dem CIA, zu misstrauen, der 2006 zum dem Schluss gekommen war, dass ein iranisches Programm zum Bau von Atombomben schon längst eingestellt wurde. [6]

"Affairen-Minister" Rudolf Scharping:

Er leugnete wider besseren Wissens die Atomwaffenfähigkeit deutscher U-Boote.



Warum stört sich im Westen eigentlich niemand daran, dass es im Nahen Osten schon längst eine Atommacht gibt? Israel selbst hat zwar nie den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, wurde aber von Frankreich in den 50er Jahren und von den USA bei der Herstellung von ca. 200 atomaren Sprengköpfen unterstützt. [7] Die BRD belieferte Israel außerdem mit U-Booten, die mit Atomwaffen bestückt werden können. [8] Dies wurde vom "Affairen-Minister" Rudolf Scharping wider bessern Wissens geleugnet. [9]

IAEO-Chef Moahmmed El Baradei:

Er wirft den USA vor, nicht im Sinne des Atomwaffensperrvertrags zu handeln.



Obwohl mit dem Atomwaffensperrvertrag ein Instrument geschaffen wurde, mit dem man Atomwaffen weltweit abschaffen könnte, fehlt es den Atommächten und manchen Ihrer Verbündeten offenbar am Willen, diesen Vertrag umzusetzen. Stattdessen führen sie selbst die Entwicklung neuer Atomwaffen durch oder ziehen sie zumindest in Erwägung. Mohamed El Baradei, IAEO-Direktor, sagte dazu im Stern vom 26. August 2003:

"Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Die US-Regierung verlangt von anderen Staaten, keine Atomwaffen zu besitzen. Andererseits perfektioniert man das eigene Arsenal. Ich glaube, es entspricht nicht dem Vertrag, den sie unterzeichnet haben." [10]

Warum droht man dem Iran mit einem atomaren Erstschlag?

Hat man die Schrecken von Hiroshima und Nagasaki schon vergessen?



Statt strategische Fehler zuzugeben, werden manche Entwicklungsländer von den Industrienationen mit dem Zweck einer militärischen Vormachtstellung erpresst. Somit halte ich es für völlig absurd, einem Staat wie dem Iran, der noch keinen Rechtsbruch begangen hat, mit einem atomaren Erstschlag zu drohen. Dies ist laut bestehendem Völkerrecht der UN-Charta sowieso verboten, vor allem durch Kapitel VII. [11] Logisch betrachtet wäre ein Atomschlag auf den Iran das Schlimmste, was der Welt passieren könnte. Zum einen glaube ich nicht, dass die islamische Welt, selbst Saudi Arabien, das ohne Weiteres tolerieren würde. Außerdem sollte doch an den Beispielen von Hiroshima und Nagasaki klar sein, dass ein Atomschlag in erster Linie das iranischen Volk treffen würde, das man doch angeblich "befreien" möchte. Die atomare Strahlung unterscheidet jedenfalls nicht zwischen Regimetreuen und Oppositionellen. Des Weiteren wären bestimmte Gebiete im Iran danach für mindestens 100 Jahre radioaktiv verseucht, wodurch die Rate der Fehlgeburten drastisch in die Höhe schellen würde. Wie soll man außerdem daraus schlau werden, dass die anerkannten Atommächte Israel, Indien, Nordkorea und Pakistan beim Bau der Atombombe gewähren ließen, während plötzlich eine bloße Unterstellung ausreichen soll, um die Atombombe gegen eine Nicht-Atommacht einzusetzen? So sprachen sich zumindest Benjamin Netanyahu und George Bush noch im März 2009 dafür aus. [12] Meiner Ansicht nach gefährden diese beiden Herrschaften mit solchen Drohungen die Sicherheit ihrer eigenen Staaten genauso, wie die Sicherheit der ganzen Welt. Warum sollte man eine Atombombe überhaupt in Erwägung ziehen, wenn die konventionellen Waffen Israels und der USA vollkommen ausreichen würden, um die Atomanlagen des Irans ggf. zu zerstören? Könnten in Israel angesichts der Drohungen durch Netanyahu und den rassistischen Ausfällen des Außenministers Avigdor Lieberman gegen israelische Araber [13] nicht auch mal Schuhe fliegen? Ich möchte in diesem Zusammenhang die unterschwelligen Drohungen des iranischen Präsidenten gegen Israel in keiner Weise verharmlosen. Aber wo soll das hinführen, wenn sich Israel und der Iran gegenseitig mit der Vernichtung bedrohen? Der Dritte Weltkrieg kann die logische Konsequenz davon sein, und dann wird vielleicht nichts mehr übrig bleiben, wofür es sich zu leben lohnt. Um das zu verhindern, sollte man doch wirklich die Verhältnismäßigkeit der Mittel wahren, so wie das auch der Journalist Muntazer al-Zaidi gegenüber George Bush getan hat. Das beherzte Werfen von Schuhen kann letztendlich eine gewaltigere Wirkung auf die Welt haben wie die mächtigste Atombombe. Zum Glück hat Barak Obama gegenüber seinem Vorgänger jetzt einen klügeren Kurs eingeschlagen. Im Prinzip gehe ich davon aus, dass auch Achmadinejad insgeheim weiß, dass der Iran nur eine Zukunft hat, wenn er das Existenzrecht Israels anerkennt.

Zugegeben: Ich bin "altmodisch", da ich für beide Seiten das Beste möchte. In aktuellen politischen Diskussionen oder in der Weltpolitik ist derzeit leider zu beobachten, dass sich Wichtigtuer entweder extrem auf die eine Seite schlagen oder extrem auf die andere Seite. Das kommt einem Schwarzweiß-Denken gleich, bei dem keine Differenzierungen mehr möglich sind. Wo sind die sanften Grautöne geblieben, die wir einmal kannten, z. B. beim Ende des Kalten Krieges? Oder noch besser: Warum ist unsere Welt eigentlich nicht bunt, so dass jede Farbe darin ihre Berechtigung hat?

Das Denkmal von Muntazer al-Zaidi, das entfernt wurde:

Die Kinder, die durch den Irakkrieg zu Waisen wurden,
werden ihn bestimmt trotzdem nie vergessen.



Bunt ist vor allem die Welt von unserem Helden Muntazer al-Zaidi. Er lies sich von keinem Diktator einspannen und lehnte einen Irak sowohl unter Saddam Hussein, wie auch unter dem Einfluss eines George W. Bush ab. Er wollte einen Irak, in dem alle Menschen frei sind. Deshalb lies er am 14. Dezember 2008 zwei Schuhe auf den ehemaligen US-Präsidenten fliegen. Danach konnte er zunächst nicht vor Gericht erscheinen, da ein gebrochenen Arm, gebrochene Rippen und schwere Schnittwunden im Gesicht ein Beleg dafür waren, dass er für seine mutige Tat gefoltert wurde. [14] Leider war er der neuen "Marionettenregierung" ein Dorn im Auge, weshalb er am 12. März 2009 zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. [15] Dann aber, am 7. April 2009, wurde die Strafe zunächst auf ein Jahr verkürzt [16], und am 14. September 2009 wurde er schließlich vorzeitig aus der Haft entlassen. Tosenden Beifall bekam al-Zaidi danach aus vielen Teilen des Westens und aus der islamischen Welt. In Tikrit wurde zu seinen Ehren ein kupferner Schuh von drei Metern Höhe errichtet. [17] Leider wurde das Denkmal von den Behörden schnell wieder entfernt. [18] Das spielt in den Augen vieler Bewunderer aber keine Rolle mehr, denn seine Tapferkeit spricht für sich...

Noch besser als fliegende Schuhe sind sozialkritische Lieder. Daher möchte ich abschließend zwei Lieder präsentieren, die man den Engstirnigen und den Diktatoren dieser Welt auf die Ohren geben sollte. Sie stammen von Avitall Gerstetter und dem christlich-jüdischen Duo Noa + Mira Awad. Die Welt dieser Künstler ist ebenfalls bunt, was ich auf den Lyricseiten näher erläutern werde:

Avitall & Konstantin Wecker - Sage Nein zu Antisemitismus!

Noa + Mira Awad - There Must Be A Better Way

Was sind das für Menschen, deren Welt bunt ist, und warum ecken sie bei Spießern so leicht an? Anscheinend haben sie Schuhe bzw. Stimmen aus Gold - die Farbe ihrer Herzen. Sie sagen, was sie denken, und sprechen eine Sprache, die immer mehr Menschen verstehen. Daher muss es bessere Wege als Bomben geben...

Herzlichst
Ihr Punisher


Quellen

[1] Artikel bei Welt Oline vom 12.01.2009

[2] Interview mit Michael Friedman bei Planet Interview vom 03.07.2009

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Ermächtigungsgesetz

[4] Artikel beim Spiegel vom 15.02.2007

[5] Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (KVV) vom 01.07.1968

[6] Artikel bei der TAZ vom 04.12.2007

[7] Israel-Bericht bei Atomwaffen A-Z, Stand: März 2007

[8] Artikel beim Spiegel vom 11.10.2003

[9] Artikel bei der TAZ vom 13.10.2003

[10] IPPNW-Factsheet: "Die zwei Seiten des Atomwaffensperrvertrags", vom Januar 2006

[11] UN-Charta, Kapital VII: Maßnahmen bei Bedrohung oder Bruch des Friedens und bei Angriffshandlungen (Art. 39-51)

[12] Web News am 03.03.2009

[13] http://de.wikipedia.org/wiki/Avigdor_Lieberman

[14] Artikel bei The Guirdan vom 17.12.2008

[15] Artikel bei Welt Online vom 12.03.2009

[16] Irakisches Gericht mildert Strafe für "Schuhwerfer". Auf: tagesschau.de am 07.04.2009

[17] Artikel beim Spiegel vom 30.01.2009

[18] Artikel beim Spiegel vom 30.01.2009


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